Die Projektwerkstatt.

Mobile Clicker

Nicht selten herrscht im Hörsaal betretenes Schweigen, wenn der Dozent in der Vorlesung eine Frage stellt. Im besten Fall gibt es vereinzelte, zaghafte Handmeldungen, und dies zumeist von den Studenten, die das Thema bereits verstanden haben. Diese Situation ist sowohl für den Dozenten, als auch für die Studenten unbefriedigend. Der Dozent erhält so keine aussagekräftige Rückmeldung, ob die Studenten dem Thema in der Vorlesung folgen konnten. Ebenso wenig kann der einzelne Student selbst schlecht einschätzen, ob er der Einzige ist, der den Anschluss verloren hat – in der Regel ist dem nicht so, aber nur wenige geben dies während der Vorlesung zu erkennen.

Konzeptplanung des Mobile Clicker

Konzeptplanung des Mobile Clicker

Aus diesem Grund haben sich acht Erstsemester aus dem Studiengang „Informatik.Softwaresysteme“ entschieden, im Rahmen der Veranstaltung „Students Lab“, den „Mobile Clicker“ zu entwickeln.

Die Idee hinter dem Projekt ist recht einfach: Der Dozent kann mit Hilfe eines mobilen Android-Endgerätes während der Vorlesung vordefinierte Multiple-Choice-Fragen an die Studenten stellen. Die Studenten haben so dann die Möglichkeit, die Frage anonym auf ihrem mobilen Android-Endgerät oder auf einer Webseite zu beantworten. Anschließend besteht für beide Parteien die Möglichkeit, sich die Auswertung der Antworten in Form einer Tabelle, sowie eines Diagrammes anzeigen zu lassen.

Startbildschirm der Mobile Clicker App

Startbildschirm der Mobile Clicker App

Zur technischen Umsetzung des Projekts war es notwendig, dass sich die Studenten in verschiedene Technologien und Bereiche der Anwendungsentwicklung einarbeiten. Dazu wurden mehrere Teilgruppen gebildet, welche sich auf die verschiedene Bereiche „Datenbank“, „Android App“ und „Webseite“ konzentriert haben.

"Frage senden" Dialog für den Dozenten

„Frage senden“ Dialog für den Dozenten

Die Daten werden in einer MySQL-Datenbank gespeichert. Es wurde ein, auf der Skriptsprache PHP basierender, „Datenbankhandler“ implementiert, welcher den Zugriff auf die Datenbank regelt. Zur Kommunikation zwischen der Android App und dem Datenbankhandler wird das JSON-Format verwendet. Da die Webseite ebenfalls in PHP entwickelt wurde, ist der direkte Zugriff auf die Funktionen des Datenbankhandlers möglich. Die Android App wurde in der Programmiersprache Java mit Hilfe des aktuellen Android SDK entwickelt. Zum Senden und Empfangen der Push-Nachrichten wurde Google Cloud Messaging in der Android App implementiert. Die Webseite nutzt zur Darstellung des Inhalts HTML 4.01 und CSS 3, die eigentliche Funktionalität sowie die Generierung des Inhaltes wurden mittels PHP realisiert. Auf der Webseite wurde das Empfangen der Push-Nachrichten durch die Implementierung von AJAX Long Polling erreicht. Die Android App und die Webseite verfügen darüber hinaus über einen nahezu identischen Funktionsumfang.

Ergebnis-Anzeige einer gepushten Frage

Ergebnis-Anzeige einer gepushten Frage

Nach einem halben Jahr ist es nun soweit und die erste Version der Android App wird planmäßig zum Beginn des Sommersemesters 2013 im Google Play Store veröffentlicht. Für andere mobile Endgeräte wie bspw. Apple iPhone oder Notebooks steht nun sowohl für die Studenten, als auch die Dozenten, eine plattformübergreifende Webseite unter www.mobileclicker.de zur Verfügung. Um eine möglichst große Bandbreite an Android-Endgeräten abzudecken, ist die Android App bis Android Version 2.3.3 (Gingerbread) abwärtskompatibel.

 Möglichkeit des Pushens von der Webseite aus

Möglichkeit des Pushens von der Webseite aus

Webansicht des Studenten. Möglichkeit in ein Modul einzuschreiben

Webansicht des Studenten. Möglichkeit in ein Modul einzuschreiben

Gruppenbild. Beteiligite Mitglieder (links nach rechts): Thomas Bohn, Marius Thesing, Sven Ehmer, Max Lübbering, Daniel Hacirisoglu, Tim Kunz, Pierre Beckmann, Julian Goerke

Gruppenbild. Beteiligite Mitglieder (links nach rechts): Thomas Bohn, Marius Thesing, Sven Ehmer, Max Lübbering, Daniel Hacirisoglu, Tim Kunz, Pierre Beckmann, Julian Goerke